Prism und Tempora – Förderung für deutsche IT-Security Lösungen

Warnungen gab es genug – mit dem Patriot Act hatten die USA schon seit langem die gesetzlichen Grundlagen dafür geschaffen, umfassende Datenspeicherungs- und abhörmaßnahmen umsetzen zu können. Seinerzeit schon gab es mahnende Stimmen, die ein solches Szenario für wahrscheinlich hielten. In der seinerzeitigen Stimmung nach dem 11. September 2001 fanden kritische Stimmen jedoch kein Gehör. Terrorabwehr schien (und scheint) alles nur erdenkliche zu rechtfertigen.

Selbst die zarte Nachfrage ob amerikanische Regierungsbehörden eventuell doch mithören wurde von offizieller Seite immer wieder dementiert. Meine verschiedentlichen Gespräche mit Verfassungsschutz-Mitarbeitern hinterließen in den vergangenen Jahren die mulmige Wahrnehmung: Hoffentlich sind wir auf dem befreundeten Auge nicht blind. Selbst nach Bekanntwerden des Prism-Programms haben sich die Aufklärungsvorträge des Bundesamtes für Verfassungsschutz inhaltlich nicht wirklich geändert, wie ich in diesen Tagen auf einer Veranstaltung zum Thema IT-Security wahrnehmen musste. Nachdem nun Edward Snowden eine Bombe nach der anderen Platzen lässt ist die veröffentlichte Empörung nunmehr groß, während sich Brancheninsider ins Gesicht schauen und weise kundtun: Wir haben es ja gewusst (eher nur geahnt!). Dass die Briten als Geschwister der Amerikaner mitspielen könnten war dabei auch bis zum Bekanntwerden von Tempora ein mehr oder minder offenes Geheimnis.

Aufklärungskampagnen für den deutschen Mittelstand in Sachen: „Ihr müsst etwas gegen Wirtschaftsspionage und Wirtschaftskriminalität im eigenen Interesse tun!“ verpufften in den letzten Jahren all zu oft. Nach dem Motto: „Es passiert (mir) schon nix“ und in dem Bewusstsein, dass Investitionen in Maschinen und Ausrüstung eher und schneller Gewinn abwerfen, wurden mahnende Worte gerne in den Wind geschlagen. Nicht dass ich falsch verstanden werde: Diese Haltung entspricht durchaus häufig einer unternehmerischen Abwägung bzw. Risikoanalyse. Zugespitzt formuliert: Nicht jede Currywurstbude braucht umfangreichste IT-Security Maßnahmen.

Dankbar dürfen wir Anbieter von IT-Sicherheitslösungen hierzulande sein. Die Veröffentlichungen Edward Snowdens und die damit offengelegte Abhörpolitik unserer transatlantischen Freunde (nicht jeder wird mir bei dem Wort ‚Freund‘ in diesen Tagen zustimmen wollen) ist eine gigantische Marketingkampagne für IT-Security Lösungen, die nicht amerikanischem Recht unterliegen. Somit liegen wir mit gpg4o und der Firewall SB sozusagen voll im Trend.

Liebe amerikanische und britische Freunde: Danke für Euere Unterstützung für deutsche IT-Sicherheitslösungen!

Kommentare

Ihr Kommentar

* Die markierten Felder sind Pflichtfelder. Bitte ausfüllen.

Kommentar *

Bitte beachten Sie vor dem Eintragen die Datenschutzerklärung). .