KMail

KMail ist die E-Mail-Komponente von Kontact, einem aus mehreren Programmen zusammengesetzten persönlichen Informationsmanagement-System PIM. Die anderen Komponenten dienen der Terminplanung, der Zeiterfassung, als Notizblock, als News-Reader oder als Adressbuch. Sie alle legen ihre Daten in einer zentralen Datenbank ab, sodass die Informationen stets synchron bleiben. Eingeweihte erkennen es an dem großen “K” sofort, Kontact und damit KMail sind integrale Bestandteile von KDE, dem K Desktop-Enviroment, eines der größten Open Source Softwareprojekte und inzwischen viel mehr als ein einfacher Desktop. Basierend auf einer einheitlichen Softwaretechnologie gibt es mehrere Hundert Programme, die sich durch gleiches Erscheinungsbild und Verhalten auszeichnen.

Wo gibt es KMail?

Die Entwickler weisen ausdrücklich auf die Möglichkeit hin, KMail auch außerhalb seiner angestammten Desktop-Umgebung zu benutzen. Da es allerdings stark von anderen Programmen und Bibliotheken abhängig ist, kann es Probleme bei der Installation geben oder zumindest die Funktionalität nicht voll ausgenutzt werden. Empfehlenswerter ist deshalb, die ganze Softwaresuite zu installieren. Die erste Wahl fällt auf eine Linux-Distribution, die KDE als Standarddesktop verwendet, z. B. Kubuntu oder Kwheezy, oder als Option anbietet, z. B. openSUSE oder Debian. Für Windows- und Mac-Nutzer sind Portierungen von KDE in Arbeit, die sich zurzeit leider noch in der Testphase befinden. Stabiler dagegen sind plattformübergreifende Groupware-Lösungen auf Grundlage von Kontact. Da es sich hier um freie Software handelt, sind sämtliche Quellen selbstverständlich auch frei verfügbar.

Was kann KMail?

Open Source genießt unter dem Aspekt der Sicherheit keinen schlechten Ruf. Ursprünglich für Linux und andere Unix-Derivate entwickelte Programme zur E-Mail Verschlüsselung wurden nicht zuletzt durch die Förderung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Windows Mailprogrammen zugänglich gemacht. Es überrascht nicht, dass KMail diese Verfahren beherrscht. Damit ist einmal GnuPG gemeint, der auf dem quelloffenen OpenPGP Standard beruhende Gnu Privacy Guard. Dieser symmetrische und asymmetrische Verschlüsselungsmethoden kombinierende Standard bezieht seine Glaubwürdigkeit aus dem sogenannten Netzwerk des Vertrauens (Web of Trust). Zwei einander bekannte Teilnehmer des Netzes signieren gegenseitig ihre Zertifikate und bestätigen so einem Dritten deren Echtheit. Zum anderen das zweite wichtige Verschlüsselungsverfahren S/MIME, dessen Zertifikate in der Regel von einer übergeordneten Institution ausgestellt werden.

Natürlich ist KMail nicht nur sicher, sondern zeichnet sich durch viele weitere Merkmale aus. Es liest und erstellt Text- und HTML-Nachrichten und zeigt eine HTML codierte E-Mail wahlweise auch im Klartext an. Ebenso werden alle gängigen Protokolle unterstützt, von IMAP, POP3 und SMTP über SSL und TSL bis NTLM und GSSAPI. Weitere interessante Funktionen ergeben sich aus der Einbindung in das PIM, z. B. wird eine angenommene elektronische Einladung automatisch in den Terminkalender eingetragen.